Wir unterstützen Sie auf Ihrem Weg
und eröffnen Ihnen neue Handlungsmöglichkeiten

Ergotherapie

ErgoPhysio Timmendorf steht für das neue Selbstverständnis von Ergotherapie.
Wertschätzend stellen wir Patienten und Therapeuten gleichermaßen in den Mittelpunkt.
Fragen Sie einen Termin für unsere Ergotherapie Praxis in Timmendorf an.

 

Wissenswertes zur Behandlung

Ergotherapie wird Ihnen als Heilmittel (Rezept) von Ihrem Haus- oder Facharzt verordnet.​

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für ergotherapeutische Behandlungen. Dabei gelten die gesetzlichen Zuzahlungsregeln. Kinder unter 18 Jahren sind zuzahlungsbefreit.

Private Krankenkassen übernehmen die Kosten in unterschiedlichem Umfang. Bitte fragen Sie einfach bei Ihrer privaten Krankenversicherung nach.

Die Behandlung findet in der Praxis oder bei Bedarf (ärztlich verordnet) gerne auch als Hausbesuch statt.
    

Pädiatrie / Kinderheilkunde

Sensorische Integrationstehrapie

Autismus Therapie

Mehrfachbehinderungen und seltene Krankheiten

Neurologie / Geriatrie

Schlaganfall

Parkinson

Neuromuskuläre Erkrankungen

 

 

Pädiatrie / Kinderheilkunde

Behandlung von Kindern

In der therapeutischen Arbeit mit Kindern ist es besonders wichtig, genau hinzusehen und sich Zeit zu nehmen. Zu Beginn meiner Behandlung steht deshalb das ausführliche Gespräch mit den Eltern und das Kennenlernen des Kindes.

Ein ergotherapeutischer Befund ermöglicht uns eine genauere Einschätzung des Therapiebedarfs Ihres Kindes. Der Befund kann mit Hilfe einer Videoanalyse unterstützt werden.

In den meisten Fällen ist auch eine Einbeziehung des kindlichen Umfeldes hilfreich. Gerne biete ich daher die Zusammenarbeit mit Erziehenden und Lehrkräften an.

 

Häufige Diagnosen

  • Entwicklungsverzögerungen und -störungen
  • Bewegungsauffälligkeiten
  • Konzentrationsstörungen (ADS, ADHS)
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Grob- und Feinmotorikstörungen
  • Regulationsstörungen
  • Lernstörungen
  • Behinderungen

Behandlungsverfahren

  • Sensorische Integrationstherapie
  • Psychomotorik
  • Aufmerksamkeitstraining / Konzentrationstraining
  • Wahrnehmungstraining
  • Verhaltenstherapeutischer Ansatz (IntraActPlus)
  • Training der Fein-und Grafomotorik
  • Handwerkliche, spielerische und gestalterische Behandlungstechniken
  • Elternberatung

Sensorische Integrationstehrapie (SI-DVE)

Alle Sinneseindrücke (Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen, aber auch Gleichgewicht bzw. Bewegung) werden im zentralen Nervensystem gesammelt und gedeutet (verarbeitet), um eine bestimmte, angemessene Reaktion hervorzurufen. Bei Menschen mit einer Sensorischen Integrationsstörung funktioniert die Verarbeitung dieser Eindrücke nicht richtig, so dass ihre Reaktionen auf Sinnesreize sich von denen von Menschen ohne diese Störung mitunter sehr unterscheiden und dazu führen, dass die Betroffenen Probleme im Alltag haben. Die Patienten sind meistens Kinder oder Erwachsene, die bereits als Kind unter der Störung litten oder psychisch erkrankt sind (bzw. Schizophrene).

Die sensorische Integrationstherapie (SI-Therapie), auch bekannt als Ayres Sensory Integration (ASI), ist ein ergotherapeutischer Ansatz, der darauf abzielt, die Verarbeitung von Sinneseindrücken zu verbessern. Sie hilft Menschen, sensorische Informationen besser zu filtern, zu ordnen und angemessen darauf zu reagieren. Dies kann zu Verbesserungen in verschiedenen Bereichen führen, wie Motorik, Aufmerksamkeit, soziale Interaktionen und Alltagsbewältigung.

Wie ist eine Sensorische Integrationsstörung erkennbar?

Bereits im Säuglingsalter können betroffene Kinder Symptome haben, die auf die Störung hinweisen: Sie haben Probleme mit der Nahrungsaufnahme, ihr Schlafrhythmus ist gestört (Verwechslung von Tag und Nacht), sie sind entweder äußerst unruhig oder aber auffällig bewegungsarm. Außerdem sind solche Kinder besonders empfindlich für Berührungen oder Wechsel der Lage und reagieren negativ auf diese. Bei älteren Kindern zeigt sich eine Sensorische Integrationsstörung in einer Vielzahl von Symptomen:

  • Die Sprachentwicklung sowie die motorische Entwicklung sind verzögert.
  • Sie sind ungeschickt/tollpatschig (Dyspraxie).
  • Sie verfügen über ein geringes Körper- und Selbstbewusstsein.
  • Gegenüber ungewohnten Geräuschen sind sie überempfindlich und haben in neuen Situationen Schwierigkeiten, sich anzupassen.
  • Sie sind hyper- oder hypoaktiv.
  • Oftmals treten Lernstörungen auf.
  • Sie vermeiden, ihre Hände zu gebrauchen.
  • Die Körperhaltung ist nicht angemessen.
  • Sie meiden Situationen, die Berührungen implizieren (Menschenansammlungen, Bus/Bahn, Disko etc.).
  • Sie haben Höhenangst.
  • Häufig werden andere Menschen oder „im Weg“ stehende Sachen angerempelt, z. B. Türen oder Pfosten.

 

Wie funktioniert die SI-Therapie?

Die SI-Therapie basiert auf dem Konzept, dass das Gehirn durch gezielte, sensorische Erfahrungen stimuliert und gefördert werden kann. In der Therapie werden spielerische Aktivitäten eingesetzt, die auf die individuellen Bedürfnisse und Schwierigkeiten des Patienten zugeschnitten sind. Dabei können verschiedene Sinnesmodalitäten, wie z.B. taktile, vestibuläre (Gleichgewicht) oder propriozeptive (Körperwahrnehmung) Reize, angesprochen werden.

Beispiele für SI-Therapie:
  • Bewegungsangebote: Schaukeln, Klettern, Trampolinspringen, Rollbretter, etc.
  • Taktile Angebote: Kneten, Malen mit verschiedenen Materialien, Massage, etc.
  • Vestibuläre Angebote: Schaukeln, Drehungen, Balancieren, etc.
  • Propriozeptive Angebote: Schwere Weste tragen, in Kissen oder Decken einwickeln, etc.
Ziele der SI-Therapie:
 
Verbesserung der sensorischen Verarbeitung und Integration, Verbesserung der Motorik und Koordination, Erhöhung der Selbstregulation und Selbstkontrolle, Verbesserung der sozialen Interaktion und des Verhaltens, Erhöhung der Alltagsbewältigung. 
 

Autismus Therapie

Bei autistischen Kindern und Erwachsenen

Eltern bemerken oft an Kleinigkeiten, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmt: Es reagiert nicht auf ein Lächeln, kann den Blickkontakt nicht aufrechterhalten, möchte nicht berührt werden, spielt immerzu alleine, spricht nicht oder nur unverständlich, lacht nicht oder zeigt keine Freude. All das könnten erste Anzeichen des frühkindlichen Autismus sein, auch Kanner-Syndrom genannt. Diese Entwicklungsstörung zeigt sich in der Regel schon vor dem dritten Lebensjahr und bleibt ein Leben lang. Experten gehen davon aus, dass rund ein Prozent der Weltbevölkerung davon betroffen ist, wie viele es in Deutschland sind, lässt sich nicht genau sagen. Schätzungen zufolge sind es rund 60.000.

Autismus - und nun?

Lautet die Diagnose "Autismus", möchten die meisten wissen, wie es nun weitergeht. Andere wiederrum fragen sich, was man dagegen tun kann. So viel steht fest: Heilen lässt sich Autismus nicht. Betroffene sollten daher erst gar nicht nach einem Wundermittel oder Wunderheiler suchen. Aber es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, bestimmte Probleme, die mit Autismus zusammenhängen, besser in Griff zu bekommen. Vor allem in den Bereichen Kommunikation, Motorik und Sozialverhalten gibt es einige Therapieansätze, die hilfreich sind. Eine wichtige Therapieform ist die Ergotherapie, die idealerweise im Kindesalter in Anspruch genommen wird, damit Defizite frühzeitig kompensiert werden.

 

Ergotherapie als Behandlungsmethode

Da Autismus nicht heilbar ist, geht es in der Ergotherapie vor allem um die Förderung von Kommunikation, Wahrnehmung und dem Sozialverhalten sowie um Verbesserung von Verhaltensproblemen. Betroffene Patienten lernen, sich mit ihrer Identität und ihren Gefühlen auseinanderzusetzen und wie sie lebenspraktische Fähigkeiten aufbauen und gestörte Verhaltensweisen abbauen.
In der Ergotherapie werden Familienangehörige und Bezugspersonen von Anfang miteinbezogen. Sie erhalten umfassende Informationen über das Krankheitsbild und über den Umgang mit Autisten.

Mögliche Therapieansätze

So verschieden die Ausprägungen des Autismus sind, ist auch das therapeutische Vorgehen. Welcher Ansatz der richtige ist, hängt davon ab, welche Symptome der Betroffene aufweist und welchen Entwicklungsstand er hat. Außerdem spielen für die Wahl des Ansatzes Alter und Empfänglichkeit eine wichtige Rolle. Es gibt spezielle Methoden, die für Menschen mit Autismus entwickelt wurden wie zum Beispiel das TEACCH-Programm (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children). Durch den individuellen Einsatz von visuellen Anweisungen und Strukturierungshilfen wird die Umwelt für Autisten nachvollziehbarer und überschaubarer gestaltet und entsprechende Verhaltenshilfen abgeleitet.


Weitere mögliche Therapieformen sind die Sensorische Integrationstherapie, bei der die Sinneswahrnehmung und -verarbeitung durch gezielte Reizzufuhr verbessert werden, oder die tiergestützte Ergotherapie, bei der die Praxis entweder einen Hund oder eine Katze - seltener ein Pferd oder Esel - besitzt. Das Tier dient als Brücke zwischen Patient und Therapeut, denn autistische Menschen bauen zu Tieren oft einen besseren Kontakt auf als zu Menschen.

Wichtig für den Erfolg der Ergotherapie ist auch das soziale Umfeld des Betroffenen. Es reicht nicht aus, wenn der Patient nur in den Therapiestunden übt. Ebenso muss er das Erlernte im Alltag, also zu Hause und in der Gesellschaft, anwenden. Dazu benötigt er Hilfe von Familie und Freunden. Wer zusätzlich zur Ergotherapie noch andere Hilfe in Anspruch nimmt wie Logopädie oder Psychotherapie, erhöht die Chance, im Alltag besser klarzukommen. Manche Menschen mit Autismus schaffen es sogar, sich völlig selbstständig zu versorgen.

Neurologie

Behandlung von neurologischen Erkrankungen

In meiner ergotherapeutischen Arbeit helfe ich Menschen mit Erkrankungen und Störungen des zentralen oder peripheren Nervensystems. Nach dem ergotherapeutischen Befund legen wir gemeinsam die Therapieziele fest.

Zum Beispiel nach einem Schlaganfall. Die Schwerpunkte der Therapie liegen hier beispielsweise auf der Verbesserung der Wahrnehmung und dem aktiven Wiedererlernen von Bewegungsabläufen.

Sind vor allem kognitive Prozesse betroffen, setze ich neuropsychologische Behandlungsverfahren wie Konzentrations- oder Gedächtnistraining ein.

Die Behandlung findet in der Praxis oder bei Bedarf auch als Hausbesuch statt.

Häufige Diagnosen

  • Beeinträchtigungen nach Schlaganfall
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson
  • Demenzielle Erkrankungen (z.B. Alzheimer, Demenz)
  • Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma
  • Sensibilitätsstörungen nach nervalen Verletzungen
  • Hirnleistungsstörungen

Behandlungsverfahren

  • Wahrnehmungsfördernde Behandlungsmethoden (z.B. nach Perfetti)
  • Behandlung auf neurophysiologischer Grundlage (z.B. nach Bobath)
  • Neuropsychologisch orientierte Behandlung (Hirnleistungstraining)
  • Selbsthilfetraining
  • Handwerkliche und gestalterische Techniken

Förderung und Beratung bei Mehrfachbehinderungen und seltenen Krankheiten

Selten, aber nicht allein. Gemeinsam sind wir stark.

Menschen mit Mehrfachbehinderungen oder seltenen Erkrankungen stehen im Alltag oft vor besonderen Herausforderungen. Sie benötigen nicht nur medizinische Versorgung, sondern auch gezielte therapeutische Förderung, um ihre Selbstständigkeit, Lebensqualität und Teilhabe zu stärken.

Was ich anbiete

  • Individuelle Förderung:
    Gemeinsam mit den Betroffenen und ihren Angehörigen erarbeite ich ein auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmtes Therapiekonzept. Dabei stehen vorhandene Ressourcen, persönliche Stärken und alltagsnahe Ziele im Mittelpunkt.
  • Beratung von Angehörigen und Fachkräften:
    Eltern, Pflegepersonen und pädagogische Fachkräfte erhalten praxisnahe Unterstützung im Umgang mit komplexen Situationen. Ich vermittle Strategien, die den Alltag erleichtern und die Selbstbestimmung fördern.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit:
    Bei Bedarf stimme ich mich mit Ärzten, Schulen, Kitas oder weiteren Therapeuten ab, um eine ganzheitliche Versorgung zu ermöglichen.

Mein Ziel
Ich möchte Menschen mit Mehrfachbehinderungen und seltenen Krankheiten darin unterstützen, ihr Potenzial zu entfalten – so individuell wie möglich und in enger Abstimmung mit ihrem Umfeld.

Schlaganfall

Ziel der Ergotherapie ist es dem Patienten die größtmögliche Selbständigkeit im Alltag zu ermöglichen und verloren gegangene Fähigkeiten wieder zu erlernen. Hierfür werden innerhalb der Ergotherapie u.a. die Wahrnehmungen trainiert sowie alltägliche Bewegungsabläufe verbessert, um den Alltag zu erleichtern.

Ich unterstütze den Schlaganfall-Patienten, indem ich neben der eigentlichen Ergotherapie zusätzlich einen individuellen Übungsplan für zu Hause erstelle und den Betroffenen bzgl. Hilfsmitteln berate.

 

Ziele der Ergotherapie

  • Verbesserung der Motorik:
    Wir arbeiten mit verschiedenen Techniken, um die Motorik der betroffenen Körperteile zu verbessern, beispielsweise durch Übungen zur Wiederherstellung von Bewegungen, Sensibilität und Handfunktion.
  • Kognitives Training:
    Schlaganfallpatienten können kognitive Beeinträchtigungen wie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen erleiden. Ergotherapie beinhaltet auch Übungen zur Verbesserung dieser Funktionen.
  • Verbesserung der Alltagshandlungen:
    Die Therapie fokussiert sich auf das Trainieren spezifischer Bewegungsabläufe und Handlungsabläufe, die für den Alltag wichtig sind.
  • Anpassung der häuslichen Umgebung:
    Wir beraten und unterstützen bei der Auswahl und Anpassung von Hilfsmitteln (z.B. Greifzangen, Badewannenlifter, Rollatoren), um die Alltagsbewältigung zu erleichtern.
  • Ganzheitlicher Ansatz:
    Ergotherapie bezieht Körper, Geist und Seele ein und zielt darauf ab, das Selbstbewusstsein und die Lebensqualität der Patienten zu stärken.

Wie Ergotherapie bei Schlaganfallpatienten hilft

  • Frühe Rehabilitation:
    Ein früher Therapiebeginn ist wichtig, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
  • Individuelle Therapieplanung:
    Die Ergotherapie wird auf die spezifischen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Patienten zugeschnitten.
  • Fokus auf Alltagsaktivitäten:
    Die Übungen werden praxisnah gestaltet, um die erlernten Fähigkeiten in den Alltag zu integrieren.
  • Hilfe zur Selbsthilfe:
    Ziel ist es, den Patienten zu befähigen, ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität zu verbessern.
  • Angehörigenberatung:
    Wir beraten auch Angehörige, wie sie den Patienten im Alltag unterstützen können.

Parkinson

„Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.“
(DVE 08/2007)

Patienten mit Parkinson-Syndromen werden durch die Ergotherapie konkret mit ihren Funktionseinbußen im Alltag konfrontiert, dadurch kann es im Einzelfall zur Resignation und Ermüdung kommen. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Patienten ermutigen, sich ihren Problemen zu stellen und gemeinsam mit uns Wege zur Bewältigung zu finden. Ergotherapie darf und soll auch Spaß machen, damit die Motivation beim Training bestimmter Verhaltensweisen wächst. Dabei ist es nicht nur hilfreich, sondern eigentlich unerlässlich, ein konkretes Ziel für die Verbesserung des Alltags im Auge zu behalten. Selbst kleine erfolgreiche Schritte auf dem Weg dorthin sind erfreulich und können „gefeiert“ werden. Unsere Aufgabe als Ergotherapeuten ist es, den uns anvertrauten Patienten eine größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag zu ermöglichen.

Wir freuen uns, wenn wir dazu beitragen können, ihre Lebensqualität zu verbessern.

 

Therapiemaßnahmen

Detonisierende (muskelentspannende) Maßnahmen:
Um physiologische Bewegungen bzw. Bewegungsabläufe adäquat ausüben zu können, ist eine Lockerung der Muskulatur zu Beginn der Therapie notwendig. Dies kann durch aktive Dehnungsübungen oder passives Durchbewegen erreicht werden.

Feinmotorik-Training:
Durch gezieltes Training werden die Fingergeschicklichkeit und die Hand-Hand-Koordination verbessert, sowie die Handmuskeln gekräftigt. Ferner wird auch die Mobilisation der Gelenke gefördert, was die Entstehung von Kontrakturen verringert. Hier kommen die verschiedensten Therapiemedien zum Einsatz, wie z.B. Therapieknete, Igel-Ball, Tücher, Knöpfe, Papier, Korken etc.

Schreibtraining:
Um einer Verkleinerung der Handschrift entgegenzuwirken, werden unterschiedliche Lockerungs- und Schwungübungen durchgeführt. Zudem werden dem Patienten Tipps & Tricks gezeigt, wie er mit der Handschriftproblematik im Alltag umgehen kann.

Gedächtnistraining:
Da im Verlauf der Erkrankung die Denkabläufe verlangsamt und/oder gestört sein können ist es sinnvoll, durch gezielte Übungen die entsprechenden Fertigkeiten zu trainieren. Eine Trainingseinheit kann aus Aufgaben folgender Bereiche zusammengesetzt sein: Kurzzeitgedächtnis, Konzentration, Aufmerksamkeit, räumliche Wahrnehmung, Kommunikation, Handlungsplanung, Logik etc. Ein individuell angepasstes Gedächtnistraining kann helfen, geistige Leistungen zu erhalten und die Angst reduzieren, mit zunehmendem Alter vergesslich zu werden.

 

Alltagstraining mit Hilfsmittelberatung:
Durch Parkinson sind viele alltägliche Bewegungen stark eingeschränkt. Allzu oft scheint eine Hilfsperson unabdinglich zu sein. Jedoch kann durch ein gezieltes Alltagstraining (Ankleiden, Körperpflege etc.) die Selbstständigkeit gefördert werden. So wird z.B. praktisch das Ankleiden durchgeführt und dann gemeinsam Wege erarbeitet, wie es besser laufen kann. Außerdem wird bei Bedarf der Einsatz eines Hilfsmittels (z.B. Greifzange, Sockenanziehhilfe, Knopfschließhilfe) erprobt.

Mimisches Training/Augentraining bei Blickparese:
Zur Behandlung der reduzierten Mimik bzw. Augenbeweglichkeit (bei Blickparese) kann durch ein individuell angepasstes Übungsprogramm der Gesichtsausdruck/die Augenbeweglichkeit verbessert werden. Dies beinhaltet sowohl aktive Übungen der entsprechenden Muskelgruppen, als auch passives Lockern der Gesichtsoberfläche.


Kreatives Arbeiten:
Mit handwerklich-kreativen Arbeiten können sowohl feinmotorische als auch kognitive Defizite (Handlungsplanung, Konzentration) trainiert werden. Zudem wird durch das Herstellen eines Objektes das Selbstbewusstsein gefördert und eine Hobbyentwicklung zur Entspannung und Ablenkung kann angeregt werden.


Sturzprävention:
Da ein erhöhtes Sturzrisiko besteht, ist das Informieren und Sensibilisieren für mögliche Stolperfallen (z.B. Teppiche, ungeeignetes Schuhwerk, Treppenstufen usw.) und deren Vermeidung unerlässlich.


Haltungsschulung:
Eine aufrechte Körperhaltung ist der Ausgangspunkt einer jeden Einheit. Dies kann durch verbale Korrektur und/oder auch visuelle Kontrolle geschehen und/oder durch gezielte Übungen zur Verbesserung der Stabilität.

Neuromuskuläre Erkrankungen

Ergotherapie spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von neuromuskulären Erkrankungen, da sie darauf abzielt, die Handlungsfähigkeit im Alltag zu verbessern und die Selbstständigkeit der Betroffenen zu erhalten oder wiederherzustellen. Die Therapie wird individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse und Einschränkungen der Patienten abgestimmt und kann sowohl in der Praxis als auch im häuslichen Umfeld stattfinden.

Beispiele für neurologische Erkrankungen

  • Zustand nach Apoplex (Schlaganfall)
  • Schädel- Hirn-Verletzungen
  • Epilepsie
  • Multiple Sklerose
  • Morbus Parkinson
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Polyneuropathe